Foto: Spreewald Info
Die Geschichte des Spreewaldes
Vor rund 15 000 Jahren schnürten Gletscher das Land – als sie sich zurückzogen, hinterließen sie weite Niederungen und Gumpen. Eiszeitwasser formte das verschlungene Labyrinth aus Fließen, das wir heute lieben. Und ja, am Rande erzählt man sich noch, der Teufel habe einst mit seinem Ochsenpflug hier Spuren hinterlassen.
Mit der Eiszeit begann das Kapitel echter Geschichte. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Spreewald zum Ausflugsziel: 1886 gründete sich der erste Spreewaldverein, Pioniere organisierten Kahnfahrten. Seitdem sind die Besucherzahlen stetig gewachsen – heute zählt die Region über eine Million Übernachtungen pro Jahr.
Zwischen Fließen und Wäldern leben seit dem 6. Jahrhundert Sorben und Wenden. Ihre Sprache und Bräuche prägen das Bild des Spreewaldes, und bei jedem zweisprachigen Ortsschild hörst du die leisen Echos ihrer slawischen Geschichte.
Erkunden, genießen und Geschichte spüren – willkommen im Biosphärenreservat Spreewald!
Wie der Spreewald wirklich entstand
Der Sage nach ist der Spreewald ein missglücktes Werk des Teufels. Als der Teufel vor langer Zeit mit seinem Ochsengespann das Bett der Spree pflügte, war er schon ein gutes Stück vorangekommen, doch die zwei Zugtiere zeigten sich müde und wollten nicht mehr so recht. Das passte dem Leibhaftigen nicht. Wutentbrannt warf er seine Mütze nach den Rindviechern und schrie sie an: "Das euch verdammtes faules Vieh doch meine Großmutter hole!"
Diese Aussicht muss die Tiere doch so sehr erschreckt haben. Jedenfalls ergriffen sie die Flucht und rannten, mit dem Pflug hinterdrein, kreuz und quer davon. Statt eines ordentliches Flussbettes rissen die türmenden Ochsen ein Delta mit 350 Wasserläufen, Fließen von mehr als 500 km Länge...genau weiss man es nicht mehr so.
Sagen sind ein Teil der Volksdichtung, ein besonderes Reich der Poesie. Die Sagen der Sorben und Wenden sind meistens verbunden mit der bäuerlichen Volkskunst im Spreewald.
Tourismusentwicklung im Spreewald
Die Reise des Spreewalds vom versteckten Auenland zum beliebten Urlaubsziel begann im 19. Jahrhundert, als erste Kahnfahrten organisiert wurden und Theodor Fontane mit seinen Berichten Neugier auf das grüne Labyrinth weckte. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wuchs das Angebot: Neben klassischen Kahn- und Paddeltouren entstanden Radwege, Wanderpfade und Ausflugsziele wie Moor- und Erlebnispfade. Mit der Verleihung des UNESCO-Biosphärenreservats-Status 1991 rückte der Naturschutz in den Fokus und beflügelte sanften Tourismus. Wellnesshotels und Thermenanlagen zogen Erholungssuchende an, während regionale Anbieter Kultur- und Kulinarikprogramme ausbauten.
Heute zählt der Spreewald jährlich mehr als zwei Million Übernachtungen; sein Erfolgsrezept verbindet Vielfalt – von Auwald-Exkursionen und Familienangeboten über Barfußparks bis hin zu Traditionen. Die Herausforderung für die kommenden Jahre liegt darin, Wachstum und Umweltverträglichkeit im Einklang zu halten – damit das Wasserlabyrinth auch für künftige Generationen unvergesslich bleibt.