Foto: Spreewald Info
Maibaumaufstellen im Spreewald
Im Spreewald ist das Maibaumaufstellen ein wichtiger Frühlingsbrauch: Am Abend des 30. April versammeln sich Einheimiche, Freiwillige Feuerwehr und Trachtenträger in Dörfern, um einen frisch entrindeten Baumstamm aufzurichten. Der Maibaum, oft 15 bis 20 Meter hoch, trägt an der Spitze eine grüne Birke („Maie“) und einen bunten Kranz aus Girlanden und Bändern.
Ursprünglich mussten die Jugendlichen den Stamm heimlich aus dem Wald holen, damit er als Dorfschutzbaum seine Kraft behielt.
Heute übernehmen das meist die Feuerwehren; doch Bändertanz und Umzug der Jugendpaare zum Festplatz bleiben zentral. Nach dem Aufstellen spielt die Blaskapelle und lädt zum Tanz unter dem Baum ein – ein Fest, das Fruchtbarkeit und Gemeinschaft gleichermaßen feiert. Oft bleibt der Baum bis zum Monatsende stehen, ehe er mit Musik und Liederklang gefällt wird.
Ablauf und Gestaltung
Die Vorbereitungen beginnen Wochen vorher: Feuerwehrleute ud Dorfjugend wählen einen geraden, gesunden Stamm aus dem Wald, entrinden ihn sorgfältig und prüfen Rinde und Holz auf Lebenskraft.
Am Nachmittag des 30. April schmücken Trachtengruppen den Stamm mit einem großen Kranz aus frischem Buchsbaum und bunten Bändern, die von jungen Frauen in Tracht befestigt werden.
Eine kleine Birke am Wipfel symbolisiert Fruchtbarkeit und Neubeginn. Dann versammelt sich die Bewohner am Festplatz: Per Muskelkraft, Seilen und manchmal mit Hilfe von Hebelbalken richten Feuerwehr und Bewohner den Baum in eine vorbereitete Grube auf. Mit dem ersten Knacken des Stammes beginnt der Maibaumabend, und die Trachtenträger tanzen den traditionellen Bändertanz um den Baum. Musik, Tanz und Speisen begleiten das Fest bis in den späten Abend. Besucher sind herzlich eingeladen, am Maibaumfest teilzunehmen und den Mai begrüßt zu erleben.